Erschossen statt ausgewildert: Zucht-Farmen in Afrika ziehen Löwen-Babys für die Gatterjagd groß

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Erschossen statt ausgewildert: Zucht-Farmen in Afrika ziehen Löwen-Babys für die Gatterjagd groß

Viele Tierfarmen im südlichen Afrika locken Freiwillige und Touristen mit der Möglichkeit mit oder anderen Raubkatzen auf Tuchfühlung zu gehen – inklusive füttern, streicheln und kuscheln. Dabei helfen sie nicht bei der Aufzucht von Tieren, die später ausgewildert werden. Die Projekt-Betreiber behaupten das nur, während sie in Wahrheit die Raubkatzen an verkaufen, die sie dann bei einer erbarmungslosen Gatterjagd erschießen dürfen.

Das besonders grausame an dieser Art von Jagd ist, dass die Tiere nicht fliehen können. Im Englischen als „Canned Hunting“ bezeichnet, schießen die oft aus dem Ausland angereisten Jäger sie auf einem eingezäunten Gelände ab. Die Zuchtpraxis der Tierfarmen gewöhnt die Raubkatzen an den Umgang mit Menschen, wodurch sie sich beim Anblick der Jäger eine Fütterung erhoffen und auch noch auf sie zu laufen.

Pro Jahr kommen so an die 1000 Löwen in Südafrika, Namibia, Simbabwe und Sambia auf höchst unwürdige Weise ums Leben. Um das lukrative Geschäft mit der Löwenjagd voll auszukosten, werden Tiere nur für diesen Zweck gezüchtet. Freiwillige, die an solchen Zucht-Projekten teilnehmen, unterstützen die Gatterjagd durch ihre Hilfe und ihr Geld unbewusst. Mit der falschen Behauptung die Zucht diene der Arterhaltung, nutzen die Betreiber der Tierfarmen das Bedürfnis dieser Menschen aus sich für den Tierschutz engagieren zu wollen.

Die Besitzer schöpfen zusätzlich noch andere Möglichkeiten aus, um ihren Profit zu steigern. So bieten sie zum Beispiel Selfies oder auch Spaziergänge mit den jungen Raubkatzen an („walking with lions“). Insgesamt verdienen sie dadurch an jedem Löwen nach Schätzung der Organisation CACH ungefähr 60.000 Euro.

Das Online-Portal für sinnvolle Freiwilligenarbeit www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com hat daher alle Raubkatzen-Zucht-Projekte aus seiner Datenbank gelöscht und rät Touristen und Freiwilligen:

  • Nicht auf Projekte eingehen, die mit direktem Kontakt mit Tierjungen von Löwen, Leoparden oder Geparden werben! Wer dauerhaft junge Raubkatzen anbietet, betreibt deren Zucht ohne dabei erfolgreiche und artgerechte Auswilderung garantieren zu können, da sie sich zu sehr an Menschen gewöhnen. Das betrifft sowohl Freiwilligenarbeit als auch Angebote für Touristen, wie Selfies und Spaziergänge.
  • Auch Projekten misstrauen, die Auswilderung in der zweiten oder dritten Generation als Ziel beanspruchen. Selbst langjährige Projekte können bisher nichts Entsprechendes vorweisen.
  • Die Alternative für Touristen und Freiwillige bilden solche Angebote und Projekte, die Lebensraum für die Tiere sichern.

Weitere Informationen zu den Zusammenhängen von Gatterjagd und Volunteering, sowie andere Möglichkeiten der Freiwilligenarbeit in Afrika im Bereich Tierschutz gibt es in diesem Blogartikel zu Freiwilligenarbeit mit Tieren in Afrika. (Frank Seidel, Frontierofficial, unter Lizenz CC by 2.0)

Über (www.wegweiser-freiwilligenarbeit.com + https://www.facebook.com/wegweiser.freiwilligenarbeit)


wegweiser-freiwilligenarbeit.com ist das unabhängige Portal für sinnvolle und flexible Freiwilligenarbeit im Ausland für den deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz). Wir setzen uns für eine Verbesserung des Freiwilligenarbeits-Sektors ein. Wir wollen Organisationen helfen, die das Leben in den Zielländern positiv verändern. Nur verlässliche und am Gemeinwohl interessierte Organisationen kommen auf unser Portal. Die Vielfalt der Freiwilligen-Projekte bei uns ermöglicht es, sich auch kurzfristig und für einen relativ kurzen Zeitraum (ab 2 Wochen) im Ausland für und Mensch zu engagieren.

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