Virunga: Erdölsuche im Land der Gorillas

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Virunga: Erdölsuche im Land der Gorillas

Hintergründe

Während der britische Konzern SOCO entschlossen ist, im Virunga Nationalpark nach Erdöl zu suchen, hat die Firma TOTAL solche Pläne Mitte 2013 aufgegeben. Ein Teilerfolg für diejenigen, die für den Park und die dort lebenden Berggorillas kämpfen.

Mehr als 65.000 Menschen hatten im Dezember 2012 die Forderung von Rettet den Regenwald unterzeichnet, alle Aktivitäten zur Ölförderung am Edwardsee und im Virunga Nationalpark sofort einzustellen. Außerdem wurden 15.000 Euro Spenden für das Management des Nationalparks gesammelt.

„Der Beginn der Ölförderung wäre das Ende unseres UNESCO-Weltnaturerbes und der Gorillas“, warnte Ephrem Balole von der Parkverwaltung in einem Interview mit Rettet den Regenwald.

SOCO hat Ende 2011 eine Förderlizenz für mehrere Ölblöcke im Osten des Kongo erhalten. Bis dahin hatte ein Förderverbot für die sensiblen Regenwaldregionen bestanden. SOCOS Projektgebiet Block 5 liegt zu 60 Prozent im Virunga Nationalparks. „Die Ölfirma hat durch ein Präsidentendekret die Erlaubnis bekommen, Erkundungen im Park vorzunehmen. Es gibt jedoch Gesetze, die Rohstoffförderung im Nationalpark verbietet“, sagte Ephrem Balole.

Aktion

Die Schönheit des Edwardsees ist einzigartig: An seinem Ufer wächst üppiger Regenwald, in der Nähe erheben sich die Vulkane des weltberühmten Virunga Nationalparks. Doch die Heimat der Berggorillas im Kongo ist bedroht. Der Ölkonzern SOCO sucht ausgerechnet hier nach Erdöl. Fordern Sie SOCO auf, das Projekt zu stoppen.

„Wir entdecken die Möglichkeiten.“ Mit diesem zynischen Slogan preist der britische Konzern SOCO sein Projekt, an Kongos Virunga Nationalpark, der Heimat der Berggorillas, nach Erdöl zu suchen. Internationale Kritik stößt auf taube Ohren.

Auf seiner Internetseite verharmlost das Unternehmen die Gefahren durch die Erschließung von Erdölquellen in der Republik Kongo. Die Einheimischen sind nach Sicht der SOCO-Manager ein Teil des Problems. Zu den bedeutendsten Bedrohungen zählten nämlich „allgegenwärtige Armut“, gewaltsame Konflikte, Landwirtschaft, Rodungen und der Handel mit dem Fleisch geschützter Arten. Die Firma gibt sich dagegen edel. So habe man im Dorf Nyakakoma zur Freude der Einwohner einen Handymast errichtet.

In einer Beschwerde bei der OECD kreidet der WWF nun dem Konzern an, dass Sicherheitskräfte eine „Atmosphäre der Angst“ erzeugten. Außerdem halte das Unternehmen mögliche Gefahren vor den Bewohnern geheim. Schließlich missachte SOCO den Status des Virunga Nationalparks als UNESCO-Welterbe. Die UN-Organisation selbst hatte bereits zuvor eine Protestnote an die kongolesische Regierung gerichtet. Die OECD will den Fall nun prüfen, da Unternehmen in den Mitgliedstaaten der Organisation zu hohen Sozial- und Umweltstandards verpflichtete sind.

Der dichte Bergregenwald des Virunga-Nationalparks ist einer der letzten Lebensräume der vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Virunga liegt im Osten des Kongo und ist der älteste Nationalpark Afrikas. Das UNESCO Weltnaturerbe erstreckt sich entlang des Edwardsees.

Im Kampf gegen die Suche nach Erdöl am Virunga-Nationalpark ist Rettet den Regenwald nicht allein. Zahlreiche Gruppen rund um den Globus stemmen sich dagegen. Gemeinsam wollen wir den Park schützen.

Fordern Sie den Chef von SOCO auf, das Projekt zu stoppen.

Petition: https://www.regenwald.org/aktion/941/virunga-erdoelsuche-im-land-der-gorillas

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