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PETITION: Stiere in Flammen

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PETITION: Stiere in Flammen

Ab dem kommenden Jahr sind Stierkämpfe in ganz Katalonien verboten. Stiertreiben mit Feuerstieren bleiben jedoch weiterhin erlaubt. Dagegen laufen Tierschutzorganisationen Sturm.

Das spanische Städtchen Medinaceli sieht unruhigen Tagen entgegen. In diesem Ort in der Provinz Soria findet jedes Jahr in der Nacht vom 12. November der älteste Feuerstier-Brauch Spaniens statt. Ob das auch künftig so sein wird, ist fraglich. Denn die Tierschützer haben dem Toro de fuego von Medinaceli und ähnlichen Anlässen den Kampf angesagt und suchen die Durchführung mit Unterschriftensammlungen und Protestaktionen zu verhindern.


Teer, Wachs und Schwefel

In vielen Gemeinden Spaniens finden das Jahr über Stiertreiben in vielen Variationen statt. Die Palette reicht von den turbulenten Strassenjagden Pamplonas über die von kühnen Reitern begleitete Entrada der Stiere durch die von Menschenspalieren umsäumte Calle Colón in Segorbe bis hin zu Anlässen mit niederträchtigsten Formen der Tierquälerei. Hier einzuordnen sind die Feuerstiere. Bei diesen Fiestas bändigen starke Männer nach überliefertem Ritual einen ausgewählten Stier mit Seilen, binden ihn an einem Pfahl fest und montieren auf seinen Hörnern ein Metallgestell, an das in Teer, Schwefel, Terpentin, Harz und Wachs getauchte Wollknäuel gehängt werden. Helferinnen zünden sie an. In tollwütiger Panik sucht darauf der losgebundene Stier das Feuer zu löschen, schleift die Hörner über den Boden, rennt gegen Hausmauern an, jagt später bis zur Erschöpfung durch die Gassen und wird dabei von der Bevölkerung verfolgt und herausgefordert.

Das oft mehrere Stunden dauernde Martyrium kann gemäss Tierschützern zu Verbrennungen und zu Schädigungen der Augen führen.

Ein Stier irrt am «Toro-Jubilo»-Festival im nordspanischen Medinaceli mit brennenden Hörnern durch die Gassen. (Bild: Reuters / Juan Sierra)

Während in den letzten vier Jahren die Stierkampf-Anlässe in um mehr als dreissig Prozent zurückgingen, erfreuen sich die Stiertreiben in den autonomen Regionen, in welchen sie erlaubt sind, nach wie vor sehr grosser Beliebtheit. In den Gemeinden am Unterlauf des Ebro registrierte man nach dem katalanischen Stierkampfverbot mit heute 600 Feuerstier-Veranstaltungen pro Saison gar einen leichten Zuwachs. Diese feste Verankerung ist nicht zufällig. In den meisten Ortschaften der Region gibt es Peñas, also Fanklubs, in denen sich die Freunde des Stiertreibens zusammenfinden. In Almassora, einer kleinen Siedlung in der Nähe der Stadt Castellón, zählt man über 40 dieser Klubs. Sie verfügen fast alle über eigene Liegenschaften mit grosszügigen Klublokalen, in welchen sich ein wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Lebens abspielt, berufliche Seilschaften geknüpft werden und die heranwachsende Jugend fast automatisch in das überlieferte Brauch-tum hineinwächst.


Von Tierquälerei will man hier und in den andern Siedlungen, in denen Feuerstier-Fiestas stattfinden, nichts wissen. Trotzdem ist der Einsatz der Tierschützer deutlich zu spüren. In zahlreichen Orten hat man die Anlässe entschärft und die Brenndauer der Feuerkugeln teilweise auf 15 Minuten beschränkt. Die meisten Stiere bleiben am Leben – selbst in berüchtigten Orten wie Medinaceli und Coria, wo sie noch vor wenigen Jahren unter dem Applaus der Menge öffentlich abgeschlachtet wurden.

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Obwohl in Almarossa ebenfalls auf die öffentliche Hinrichtung verzichtet wird, müssen hier jedes Jahr rund 50 Feuerstiere in den unter kirchlicher Obhut stehenden zwei Festwochen ihr Leben lassen: Sie werden jeweilen wenige Stunden nach Festschluss geschlachtet. Die Metzgereien bieten während der Festlichkeiten Stierfleisch an, in den Peñas werden Stierfilets, ausgelöstes Schwanzfleisch und Stierhoden aufgetischt. Andere Fleischstücke verarbeitet man zu Trockenfleisch weiter.

Weltweite Proteste

Gemäss Umfragen nimmt das Interesse an den blutigen Stierkampfritualen von Jahr zu Jahr weiter ab. Wie ambivalent das Verhältnis der spanischen Bevölkerung zum Stier indessen noch immer ist, konnte man im Sommer in Tordesillas erleben, wo trotz weltweiten Protesten 50 000 Zuschauer zusammenkamen, um das qualvolle Abstechen eines Stiers zu erleben. Aufsehen erregte vor wenigen Wochen auch ein Stier namens Ratón, der an Stiertreiben nacheinander zwei Personen tötete. Worauf viele tausend Stieranhänger aus ganz Spanien in die Provinz Valencia reisten, um den Bullen an einem weiteren Auftritt in der Stadt Sueca in Aktion zu sehen.

Bitte unterschreibt folgende Petitionen!


4all hat diese NICHT erstellt. Von wem die erstellt wurde siehst Du auf der Petitionsseite!

 

Quellen: Tony Zadel / nzz.ch
Fotos: Brennender Stier in Segorbe.(Karl Hofer)
Ein Stier irrt am «Toro-Jubilo»-Festival im nordspanischen Medinaceli mit brennenden Hörnern durch die Gassen. (Bild: Reuters / Juan Sierra)

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