Facebook ist kein Ersatz für einen Tierarzt

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Facebook ist kein Ersatz für einen Tierarzt

Immer wieder kommt es vor dass sich Tierbesitzer erstmal auf oder diversen Tierforen erkundigen was mit ihrem Tier nicht stimmt.

Sicher kann man das tun wenn es um Hundeerziehung oder ähnliches geht.

Aber bitte seid sehr Aufmerksam wenn es um Krankheiten geht. Nehmt Euer Tier und geht SOFORT damit zum Arzt!!!

Es kann sich auch um schlimmere Dinge handeln die so einfach übers Internet nicht erkannt werden können, wie Vergiftungen oder ähnliches.

Der Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit schreibt dazu ein erschreckenden Bericht. Bitte lest Euch das durch und macht nicht den Fehler wie in diesem Beispiel.

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In der GRUPPE zu TODE diskutiert…

Das Internet ist zweifelsfrei ne feine Sache… Wenn man es nicht überbewertet bzw. überschätzt. Es gibt wirklich Foren für und gegen alles sowie jeden. Vieles lässt sich online auch wunderbar diskutieren – beispielsweise Kochrezepte o.ä.

In meinen Augen ist aber bei der Gesundheit von Mensch und Tier definitiv Schluss.

Hier auf FB findet man auch die dollsten Gruppen, in denen hitzige Diskussionen über die aktuellen Ursachen ihrer erkrankten laufen. Bei all den vollkommen basisfreien SPEKULATIONEN, und mehr kann das nicht sein, läuft es einem als Mediziner eiskalt den Rücken runter…

Aber ich möchte auch ein aktuelles MUSTERBEISPIEL geben:

Eine Neukundin wird am späten Sonntagabend bei mir im Notdienst vorstellig. Ihr habe 3 Tage lang Durchfall gehabt. Seit 2 Tagen sei er schlapp, er fraß seit gestern nichts mehr und habe er seit längerer Zeit auch nicht mehr abgesetzt. Die Besitzerin vermutete entweder Giardien, Parvovirose oder eine Vergiftung.

WAS, WIE BITTE? Jaaa, das wären die zutreffensten Diagnosen ihrer „Freunde“ in der FB-Gruppe ‚xxxxxx‘ gewesen…. Da ist man erstmal sprachlos.
Naja, dann mal an die UNTERSUCHUNG!

Ein gründliches Durchtasten des Bauchraumes zeigte eine massive Schmerzhaftigkeit sowie eine deutliche Umfangsvermehrung – ein Röntgenbild sollte Aufschluss über die Ursache geben.

Während ich, knapp 2 Minuten in der Dunkelkammer, das Bild entwickelte setzte die Atmung des Hundes aus und sein Herz blieb stehen. Alle Reanimationsversuche blieben erfolglos. Der Hund verstarb mir keine 10 Minuten nach Betreten der Praxis!

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Die Ursache des desolaten Zustandes hatte KEIN Online-Möchtegern-Mediziner ERRATEN können: ein Darmverschluss durch einen vor einigen Tagen gefressenen Pfirsischkern. Auf dem bereits entwickelten Röntgenbild nämlich dann gut zu erkennen…

Hätte die Dame einen Mediziner zeitig aufgesucht hätte ihr Schützling dieses „Problem“ vermutlich gut überstanden – eine operative Entfernung des Fremdkörpers und die Sache wäre erledigt gewesen.

Die Aufzählung von (teils subjektiven) Symptomen in Foren u./o. Gruppen führt nur in Ausnahmefällen zu einem verwertbaren Ergebnis. Eine solche RATERUNDE kann eine Untersuchung durch einen Tierarzt NIEMALS ersetzen. Und Ausreden wie ‚meine Katze hat immer so eine Angst beim Tierarzt und schreit so viel im Auto – deswegen wollte ich es erstmal online versuchen‘ sind einfach nur lächerlich!
Es macht mich wirklich traurig und sogar rasend vor Wut wenn ich durch ein solch bewusstes Verschleppen der Herrchen/Frauchen einen Patienten nicht mehr retten kann. All die ‚Quizteilnehmer‘ tragen in meinen Augen sogar eine Mitschuld – für sie ist es nur ein unbedeutendes Spiel für zwischendurch; für den Patienten aber nicht. Wie so oft zahlt das Tier. Manchmal halt auch mit seinem Leben…

Auch dieser Artikel wird die Geiz-ist-Geil-Mentalität, gerade hier auf Facebook, nicht eindämmen. Wenn aber auch nur ein einziger Leser wachgerüttelt wird, dass NIEMAND online, ohne ein Tier untersucht zu haben, eine zuverlässige Diagnose stellen kann – weder beim Menschen noch beim Tier – dann bin ich schon zufrieden.

Wacht endlich auf! Es geht hier schließlich um das Leben eurer Tiere!!!

Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit

Quelle: Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit

Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit

Hier der Original Beitrag

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