Ich war immer nur eine Nummer. Ein vergessenes Wesen. Nun habe ich einen Namen. Ob mich jetzt endlich jemand bemerkt?

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Ich war immer nur eine Nummer. Ein vergessenes Wesen. Nun habe ich einen Namen. Ob mich jetzt endlich jemand bemerkt?

Hope – ich war mein Leben lang nur eine Nummer, bis Menschen mit guten Herzen kamen, mir einen Namen gaben. Jetzt heiße ich Hope und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dieser Namen halten kann, was er verspricht.

Ansprechpartnerin Marion Pitsikidis

„Hallo ihr herzensguten Menschen da draußen. Ich möchte euch gerne meine erzählen: Mein Name ist Hope. Bis vor ein paar Monaten hatte ich keinen Namen, da war ich nur eine Nummer. Die Nummer 129. Doch irgendwann verstand ich, sie meinen mich wenn sie rufen `Hope. Und obwohl ich viel schlafe und döse, hebe ich dankbar meinen Kopf, wenn ich dieses Wort `Hope` höre. Denn dann weiß ich; Das bin ich! Und ich fühle mich gut, weil ich jetzt jemand bin. Jetzt bin ich Hope. Ich bin 13 Jahre alt und habe mein ganzes Leben in diesem Gehege verbracht. Ich bin wohl der älteste hier. Mein Besitzer hat mich zusammen mit meinen 3 Geschwistern abgelegt wie etwas Lästiges, Überflüssiges, als wir erst 8 Monate alt waren. Zwei von uns hatten Glück, sie wurden adoptiert. Für meine Schwester und mich hat sich nie jemand interessiert. Wir blieben unsichtbar unser ganzes Leben lang. Für meine Schwester ist es jetzt zu spät noch bemerkt zu werden. Sie starb letztes Jahr – namenlos.

Ich kann mich nur an wenig außerhalb dieses Geheges erinnern. Aber ich werde niemals meine geliebte Mutter vergessen. Sie war eine gute Mutter. Sie hat alles versucht uns zu beschützen. Bei ihr zu sein, war das Schönste für mich. Ich war glücklich und fühlte mich sicher. Ich war Teil der Welt. Niemals wieder habe ich mich so gut gefühlt. Als man uns ihr wegnahm, verdunkelte die Angst ihre Augen und ihr Herz brach, weil sie wusste es ist der Abschied für immer

Auch wenn ich mein ganzes Leben hier eingesperrt bin, so habe ich doch viel gelernt von den Hunden, die von draußen hier rein kamen. Habe an ihren Geschichten, ihren Schicksalen Anteil genommen. Einige sind meine Freunde geworden. Ich sah so viel Qual und Schmerz. So viel Verzweiflung. So viel Ungerechtigkeit. Und all dieses endlose Leid kann ich in drei Worten beschreiben: Tränen, Blut, Angst. Ich habe hunderte von Welpen gesehen, die über den Zaun geworfen wurden und geschwächt und krank nach kurzer Zeit starben, obwohl ihre kleinen Körper so sehr darum kämpften zu leben. Ich kann sie nicht zählen, all die winzigen Wesen, die von ihren ausgemergelten Müttern gebracht wurden, in der Hoffnung es fände sich Hilfe und Erbarmen für sie und die starben, bevor sie die Augen öffnen konnten, um nur einmal zu sehen wo hinein sie geboren worden waren. Und ich sah hunderte von Hunden hier drinnen und da draußen, die von ihrer eigenen Familie ausgesetzt, abgegeben, verstoßen und verlassen wurden. Gerade sie fühlen sich so schrecklich verzweifelt, so furchtbar verloren, dass ich manchmal denke; es ist besser nie eine Familie gehabt zu haben. Dann muss ich nicht diesen Schmerz erdulden und auf etwas den Rest meines Lebens warten, dass niemals kommen wird. Ich sah , die es nicht ertrugen so verraten zu werden von ihren Menschen die sie über alles liebten, für die sie alles getan hätten und die an gebrochenem Herzen starben.


Hope

Ich vermag nicht zu sagen, was das Schlimmste in meinem Dasein ist: Ist es der Hunger oder der Durst? Das Ungeziefer, das die Kraft aus unseren Körpern saugt, die elenden Krankheiten? Die unbarmherzige Sonne im Sommer oder die nasse Kälte im Winter? Der Regen, der manchmal alles überschwemmt? Die Hunde, die sich angreifen, sich gegenseitig verletzen? Die Jäger, die auf uns schießen? Oder die Menschen, die hierher kommen um uns zu stehlen und in ein ungewisses zu verkaufen? Was ich aber zu sagen vermag ist; dass niemand von uns je hätte geboren sein sollen.

Je älter ich werde, je weniger ertrage ich das alles und deshalb halte ich die Augen meistens geschlossen. Denn so kann ich zumindest träumen von einem Leben, wie es sein sollte für uns, wie es schön wäre für mich. Dann träume ich davon, auf einer Couch zu schlafen. Beschützt und behütet in eine warme Decke gerollt, geliebt und gewürdigt. Das einzig Schöne, das wir hier jetzt endlich erleben dürfen ist das, was ein paar herzensgute Menschen für uns tun. Und es zeigt uns, nicht alle Menschen sind böse und schlecht. Es gibt Menschen, die uns Hunde lieben.

Im Juli fühlte ich plötzlich einen anderen Wind  in unserem Gehege. Am Anfang war es nur ein sanftes Wispern in den Bäumen, aber es wurde lauter und eines Tages raunte er uns zu, dass er der `Wind der Veränderung`sei, der durch unser Gehege blies. Er brachte Futter ud Medikamente. Es wurden immer weniger Welpen geboren und der Zaun wurde gesichert. Dieser Wind brachte uns herzensgute Menschen, die für uns da sind und die uns sogar Hoffnung für die Zukunft geben. Fast alle haben jetzt einen Namen, so wie ich und unser Fell wurde zum ersten Mal in unserem Leben behandelt, damit es nicht mehr so schlimm juckt. Ich kann sagen, ich empfinde so etwas wie Glück.

Wahrscheinlich ist es mein letztes Weihnachten auf Erden, aber ich habe keine Angst zu sterben. Ich denke nur an die Hunde von Morgen und wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sie niemals durchmachen müssen, was ich durchmachen musste. Ich hoffe für sie, dass all die Tränen, das Blut und die Angst Vergangenheit bleiben werden und vergessen und begraben sein werden – für immer.
Neulich kam eine Frau zu mir, ganz nahe und strich mir sanft über mein Fell und flüsterte in mein Ohr:“I träume, dass du sehr bald auf einem weichen Bett liegen wirst.“ Sie roch so gut, und ich wünschte ich wüsste, was sie mit dem weichen Bett gemeint hat“
Hope1 (1)
Wer hat ein Herz für Hope ?? Bitte teilen !!
Ansprechpartnerin Marion Pitsikidis

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