Ende der Touristensaison – Tod den türkischen Straßentieren

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Ende der Touristensaison – Tod den türkischen Straßentieren

Geschrieben von Tina Gernardt vom Kitmir e.V.

Ich beobachte das ganze Jahr über voller Verwunderung die Posts und Aussagen einiger Türkei Urlauber auf diversen Seiten des world wide webs.

Immer wieder lese ich, wie gut es doch die türkischen Straßentiere getroffen haben. Dazu werden Bildchen gepostet, die einen gefüllten Futternapf vor einem Hotel oder eine bestückte Wasserquelle am Strand zeigen.

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Quelle:

Auch ich war einst eine Touristin in der Türkei und habe meinen Sommerurlaub an der türkischen Rivera verbracht. Auch ich habe gut genährte Straßentiere angetroffen und die Hotelkatzen jeden Abend mit Futter versorgt.

Dann habe ich eine kleine kranke Hotelkatze gefunden und beschlossen ihr ein Zuhause zu geben.
Warum ich das getan habe???

12268572_430610103815030_804687632_oWeil mir plötzlich auffiel, dass die Hotelkatzen des vorheriges Jahres komplett verschwunden waren… weil ich die Einheimischen befragt habe und tatsächlich (teilweise) ehrliche Antworten erhielt… weil ich nicht wollte, dass diese eine kleine, kranke vergiftet, erschlagen oder anderweitig aus dem Weg geräumt wird.

Ich suchte meiner Katze im September (Touristensaison) einen Pensionsplatz und kam vier Monate später zurück, um sie abzuholen (außerhalb der Touristensaison).
Die Hotels hatten größtenteils geschlossen und der Strand war wie leer gefegt. Trotzdem verband ich das nützliche mit dem sinnvollen und verbrachte eine Woche in Alanya, um dort Urlaub zu machen und meine Katze abzuholen.
Tja, was soll ich sagen??? Urlaub (Erholung) ist etwas anderes, wenn man Tierliebhaber ist.

Die Tiere, die im September noch gut genährt waren, waren es plötzlich nicht mehr. Die Tiere, die im September noch gefüllte Futternäpfe vor dem Hotel fanden, liefen hungrig, stark unterernährt und bettelnd durch die Gegend. Die Tiere, die vier Monate vorher noch am Hotel lebten, waren alle verschwunden. Es war Januar – die Touristensaison war vorbei und die Tiere starben jeden Tag einen grausamen und elenden Tod.

Plötzlich habe ich erkannt, was dort passiert…

Ich entschied mich aktiv den Tierschutz in der Türkei zu unterstützen und habe seitdem Sachen gesehen und erlebt, die mich dazu bringen die Menschheit jeden Tag aufs Neue in Frage zu stellen.
In der letzten Woche wurde ein in Alanya einfach erschossen – mitten in der Stadt, einfach so. Heute muss ich lesen, dass eine Straßenhündin mit Steinen erschlagen wurde, nachdem man ihr die Beine zusammen gebunden hatte… ihre Welpen waren ebenfalls verschwunden (und es waren Viele – kleine, unschuldige und fröhliche Leben).
DAS ist Alltag in der Türkei! Es passiert immer – es passiert täglich. Aber es passiert natürlich so, dass die tierlieben Touristen davon nichts mitbekommen. Bitte seid euch bewusst, dass eure Hotels schließen und die Näpfe weg geräumt werden, wenn ihr nicht mehr da seid. Bitte seid euch bewusst, dass kleine Katzenbabys viel besser ankommen, als ,,alte“,,große“ Stammkatzen. Bitte seid euch bewusst, dass die sich am Strand vermehren und zuviele davon die Urlauber belästigen, wenn die Saison wieder beginnt. Bitte seid euch bewusst, dass euch etwas vorgespielt wird, weil ihr viel Geld da lasst und die Menschen darauf angewiesen sind.

Bitte seid euch aber bewusst, dass es auch tatsächlich tierliebe Menschen und Hotels dort gibt und ihr nicht Alle verurteilen dürft.

Was ich mit diesem Text bezwecken will?

Ich möchte euch nicht den Urlaub in der Türkei madig machen und ich möchte auch nicht, dass ihr der Türkei fern bleibt, denn das ist der falsche Weg.

12282920_430609673815073_1950717695_nIch möchte euch nur inständig bitten, eure Augen zu öffnen und eure Stimme für die Tiere zu erheben.
Bitte nehmt eure rosarote Brille ab und hinterfragt doch einmal kritisch in eurem Stammhotel, was mit den Tieren vom letzten Jahr passiert ist (Nein, sie sind nicht alle adoptiert worden). Bitte unterstützt die örtlichen Tierschutzvereine (die gibt es in Side, in Antalya, in Alanya, in Izmir….) mit einer kleinen Spende für Futter und Kastrationen. Bitte bringt ein verletztes Tier zum und hofft nicht auf Hilfe durch Dritte (die selber völlig überlastet sind) und bitte, bitte, bitte GREIFT EIN, wenn ihr seht, dass einem Tier Schaden zugefügt wird. Ihr kommt auch sicher nicht ins Gefängnis, denn ihr seid Touristen, die diesem Land helfen zu leben und keiner möchte euch in Unmut stimmen, denn die Türkei ist auf Touristen angewiesen.

Es stimmt mich die täglichen Gräueltaten zu sehen und immer noch Urlaubsberichte zu lesen, in denen behauptet wird, dass die türkischen Straßentiere ein gutes Leben führen.
Jeden Tag stehen Tierschützer auf und geben ihr Leben dafür, das Leben der Straßentiere ein Stückchen besser zu machen. Und trotzdem reicht es nicht…
Wer immer noch der Meinung ist, dass ich hier Unfug schreibe, ist eingeladen ein paar Tage an der Seite von türkischen Tierschützern zu verbringen – Tag und Nacht.

Ich freue mich auf euren anschließenden Bericht.

Danke für’s lesen.

Tina Gernardt
(Verein zur Minderung des Tierleides in den Straßen der Türkei. Kastration, medizinische Versorgung, Futterstellen, Aufnahme von kranken, behinderten Tieren.)

Webseite: http://kitmir.de/

Facebook: https://www.facebook.com/KitmirEv/

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6 Comments
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  • susanne scheffer
    21. November 2015 at 3:00

    Hallo zusammen!

    Dieses Problem gibt es tatsächlich in allen südeuropäischen Ländern, wie schon von anderen hier beschrieben. Ich habe in meinem Türkeiurlaub mal nachgefragt, warum plötzlich überall junge Hundewelpen vor den Läden angeleint sind, obwohl sie sonst gnadenlos überfahren, vergiftet und abgeknallt werden?! Die Antwort: Weil die jungen Tiere die Touris in die Läden locken sollen um zu kaufen !!!Da kannste doch nur noch kotzen. Habe vor 30 Jahren das gleiche in Griechenland erlebt. Dort habe ich einen jungen Hund aus einem „Vogelkäfig“ gerettet…Solange in diesen Ländern kein Umdenken statt findet, wird sich nix ändern, es sei denn, man kommuniziert es immer wieder, und droht mit wegbleiben.

  • petra schroth
    21. November 2015 at 5:03

    ich scheiße auf diese perversen mosleme ich würde niemals urlaub in so einem scheißland machen weil das elend der straßentiere da kann ich mich nicht entspannen,da bleib ich lieber in meinem schwarzwald da muß ich mir nicht so ein elend reinziehen

    • Schenk
      21. November 2015 at 6:38

      Nie wieder Schwarzwald, wo Kätzchen in der Güllegrube ersäuft werden oder in einen Sack gesteckt und überfahren, weil kastrieren zu teuer ist… und ehrlich? Scheiss Mosleme? Im Schwarzwald waren die Muslime netter als die evangelischen Christen. Für kein Geld der Welt werde ich je wieder im Schwarzwald wohnen. Intrigant, eng, hinterm Mond. Und was es an religiöser Spinnerei unter christlichem Vorzeichen gibt, im Schwarzwald wirst du es finden… Also: Ball flach halten und gaaaanz leise sein, wenn man von da kommt. Gaaanz leise.

  • Daniela
    21. November 2015 at 5:04

    Hallo zusammen,
    Wurde beim so viel Grausamkeiten helfen eine Petition zu starten?
    Ewtl.das mehrere unterschrifte ein einfuss auf eine Gesetztänderung hätten?
    glg,dani

  • Tanja
    21. November 2015 at 6:33

    Ich wollte eh schon nie Urlaub in einem muslimischen Land machen, aber nach diesen Berichten hier werde ich (und meine Familie) ganz sicher keinen Urlaub in der Türkei verbringen. Sollen die sehen, wo sie ihr Geld herbekommen – nicht von uns!
    Wir haben hier zuhause drei Katzen, denen wir ein gutes Leben bieten können und die uns dankbar dafür sind! *ja*

  • sabine teubner
    6. Februar 2017 at 22:31

    Hallo ihr alle hier.Also, ich bin nicht mehr dir jüngste und war schon in der Dom.Rep in Tunesien in derTürkei, Bulgarien usw usw..In all diesen <<ländern sieht es so aus,tiere werden läden angebunden als tuoristemlockung, am strand komen die armen Tiere an bettelm.Die tunmir und manchen anderen leid und es wird was aus Hotel für die Tiere geholt und die nehmen es dankbar an und merken sich das.Das alles geht schon viele jahre so-esx tut sich nichts und auch keine Petition hilft den armen Tieren-ich bin darüber sehr trauri

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